Blumfeld

Ich-Maschine

16. Dezember 20:30 Uhr zakk/Düsseldorf

Das Gründungsalbum der Hamburger Schule wird live aufgeführt. Abschlusskonzert des Festivals mit Aftershowparty.

Ich-Maschine war ein Urknall. Als es 1992 erschien, begann eine neue Zeitrechnung im deutschen Pop. Die Indie-Musik in diesem Lande brach sich Bahn, sie nimmt bis heute kein Ende und energetisiert die deutsche Musikszene künstlerisch immer wieder neu.

Als Ich-Maschine 1992 erschien, war es ein unerhörtes, so noch nicht gehörtes Statement. Es war das erste große Werk der erst später so titulierten Hamburger Schule. Auch formal war Ich-Maschine erstaunlich, denn der Sänger sang kaum, aber sprach viel. Das ganze Album steckt voller Referenzen an Werke anderer Künstler. Der Albumtitel ist an Kraftwerks „Mensch-Maschine“ angelehnt. Wo Kraftwerk versuchen, die Popmusik zu „entmenschlichen“, Maschinen die Herrschaft über die Musik zu geben und das individuelle Subjekt aus dem Fokus zu nehmen, stellt Jochen Distelmeyer es absolut ins Zentrum all seiner Songs und Reflexionen. Die Beziehung zu sich selbst, dem Gegenüber und zur Gesellschaft wird durch alle Songs hinweg in verschiedensten Variationen durchdekliniert. Böse Zungen nennen es Befindlichkeits-Pop, für andere ist es der ultimative Trip ins eigene Ich. Die neue Musik aus Hamburg lag in der Luft, als Zickzack-Labelchef Alfred Hilsberg die in einer Kneipe versackte Spex-Redaktion bei der Kölner Popkomm 1991 per Taxi zum Auftritt von Blumfeld chauffieren ließ. Was Diedrich Diederichsen & Co. zu hören bekamen, beeindruckte sie zutiefst, und „Ghettowelt“ vom kommenden Album Ich-Maschine wurde zur Spex-Single des Jahres gekürt. Woher nahm Jochen Distelmeyer seine Inspiration für diesen neuen Sound? Die Dringlichkeit des amerikanischen HipHop mit Acts wie Public Enemy beeinflusste ihn, der Punk sowieso, aber auch ein politischer Songwriter wie Franz Josef Degenhard. Die oft als kalt und entfremdet empfundenen Szenarien und Stimmungen in Distelmeyers Songs kennt man freilich aus dem Werk des Autors Franz Kafka, dessen Kurzgeschichte „Blumfeld, ein älterer Junggeselle“ die Anregung zum Bandnamen gab.

Blumfeld sind:

Jochen Distelmeyer – Gesang, Gitarre
Eike Bohlken – Bass
André Rattay – Drums
Daniel Florey – Gitarre

Tracklisting Ich-Maschine:

Ghettowelt
Von Der Unmöglichkeit „Nein“ Zu Sagen, Ohne Sich Umzubringen
Viel Zu Früh Und Immer Wieder; Liebeslieder
Dosis
Zeittotschläger
Laß Uns Nicht Von Sex Reden
Aus Den Kriegstagebüchern
Sex.Bomben
Pickelface Ist Back In Town
Nichtschwimmer / nachGeburt
Penismonolog
Ich-Maschine


Video