Male

Zensur und Zensur

08. Dezember 20:30 Uhr zakk/Düsseldorf

Deutschlands erstes Punk-Album live, feat. Jürgen Engler (Die Krupps)

Für wenige Jahre befindet sich in Düsseldorf das Epizentrum der deutschen Popmusik. Es ist die Zeit, in der Kraftwerk in den 70ern weltweit große Erfolge feiert und Bands wie Neu! und D.A.F. internationale Strahlkraft entwickeln. Doch es ist nicht nur die elektronische Musikszene, die kreativ den Zeitgeist spiegelt und für Innovation sorgt.

Sehr früh bildet sich in Düsseldorf eine Punkszene, inspiriert vom Sound aus London, wo Sex Pistols und The Clash die Protagonisten der neuen Musikszene sind. Praktisch zeitgleich schießen in Düsseldorf junge Bands aus dem Boden, und Male sind in der Stadt am Rhein Vorreiter. Ende 1976 wird die Band von Jürgen Engler, Bernhard Malaka und Stefan Schwaab gegründet. Im März 1977 spielen sie ihre erste Show im Ratinger Hof, der in den kommenden Jahren Hotspot der Musik -und Kunstszene ist. Eines der zentralen Punk-Alben überhaupt, „Never Mind The Bollocks“ von den Sex Pistols erscheint im Oktober ´77, woran sich erkennen lässt, dass die Düsseldorfer Punkszene der internationalen nicht folgte, sondern zeitgleich die neue musikalische und textliche Ausdrucksform entwickelte. Punk war neu, Punk war jung, Punk stellte alles in Frage – politisch, kulturell, ästhetisch. Die Musik sollte rau, simpel und reduziert sein. Die Texte sloganhaft, provozierend, assoziativ. 1979 veröffentlichen Male ihr Debüt „Zensur und Zensur“, es ist das erste komplett deutschsprachige Punkalbum überhaupt. Male werden Impulsgeber einer Szene, die Bands wie Mittagspause (später Fehlfarben), S.Y.P.H., KFC oder ZK (später Die Toten Hosen) hervorbringt. Peter Hein, dessen Fehlfarben das erste Lieblingsplatte-Festival eröffneten, bezeichnet sich selbst als „größten Fan“ von Male und ließ sich von der Band dazu anstiften, mit Charley´s Girls selbst eine frühe Punkband zu gründen. Während Peter Hein mit seinen Bands immer der Punk-Ästhetik verbunden blieb und seine Songs bis heute den Geist des frühen Ratinger Hof atmen, entwickelt sich Jürgen Englers Sound bald in eine andere Richtung. Nach einem Auftritt beim „Belehrung und Unterhaltung Festival“ im November 1980 in Berlin entscheiden sich Jürgen Engler und Bernward Malaka, traditionelle Songstrukturen hinter sich zu lassen und komponieren die Stahlwerksinfonie. Ihre neue Band nennen sie Die Krupps, mit ihr gelingt der internationale Durchbruch. Zuletzt konnte sich das Düsseldorfer Publikum im April diesen Jahres von der Bühnenpräsenz ihres charismatischen Frontmanns Jürgen Engler überzeugen.

Tracklisting „Zensur und Zensur“:

  1. Bilk ´80
  2. Risikofaktor 1:x
  3. Kontrollabschnitt
  4. Zensur & Zensur
  5. 1 Tag Düsseldorf
  6. Haftbefehl
  7. Vaterland
  8. Polizei
  9. Ampelstadt
  10. Großeinsatz
  11. Zensur-Dub
  12. KH 3
  13. Erinnerungen
  14. Planspiel

Male live:

Jürgen Engler: Gesang, Gitarre

Vom Ritchie: Schlagzeug

Georg Ritter: Bass

Rüdiger Esch: Bass

Male »Zensur und Zensur«