15. Dezember 2021 / 20 Uhr / zakk, Düsseldorf

Amon

Düül II

spielt ihr Album Yeti

Sie gelten als Urknall der deutschen Pop-Szene: die Essener Songtage 1968. Mit dabei sind gleich zwei Versionen einer Band-Idee: Amon Düül und Amon Düül II. Während Amon Düül der absolut freien Improvisation huldigt, ohne Songstrukturen und ohne dass die Musiker*innen ihr Instrument handwerklich beherrschen müssen, hat Amon Düül II von Anfang an einen professionellen Ansatz. Man möchte international anerkannt werden, auf einem Niveau mit Pink Floyd und Frank Zappa spielen, einen unverwechselbaren Sound entwickeln und Konzept-Alben aufnehmen. Und man will sich nicht in eine Schublade stecken lassen, das bald aufkommende Label „Krautrock“ lehnt die Band bis heute vehement ab. Die Band sieht sich als Teil der internationalen Psychedelic-Szene, Amon Düül II ist bis heute eine gefragter Act bei internationalen Festivals des Genres von London bis Lissabon.

Die Story beginnt in München, in den späten Sechziger Jahren. Eine Zeit des Aufbruchs, die 68er-Bewegung ist auf ihrem Höhepunkt und bringt politisch und künstlerisch neue Visionen hervor. Man probiert unkonventionelle Lebensformen aus, in Berlin entsteht die K 1 (Kommune 1), und in München die Kommune in der Leopoldstraße. Die sozialen und künstlerischen Experimente sind der Nährboden für Amon Düül. Bereits ein Jahr nach Gründung der Band und der Münchener Kommune folgt der Auftritt bei den Essener Songtagen, die bald als „das deutsche Woodstock“ bezeichnet werden. 1969 erscheint das Debüt Album der Band mit dem provokanten Namen „Phallus Dei“, woraufhin das Album sofort auf den Index gesetzt und verboten wird. Das ein Jahr später veröffentlichte Werk „Yeti“ bringt der Gruppe den internationalen Durchbruch.

Das Doppelalbum ist eine intensive Soundreise durch die Welt des psychedelischen Underground. Die ersten beiden Plattenseiten bringen Kompositionen mit klaren Songstrukturen, Seite drei und vier bieten Improvisationen, davon das 18-minütige titelgebende Stück „Yeti“. Erstaunlicherweise sind es gerade diese elegischen Improvisationen, die so frisch klingen, als seien sie eben erst entstanden – es ist im besten Sinne zeitlose Musik. Die internationale Presse feiert das Album, Allmusic attestiert „Yeti“, den Spacerock erfunden zu haben, und der englische Melody Maker bescheinigt Amon Düül II, sie seien die erste deutsche Gruppe, „die einen eigenen Beitrag zur internationalen Musikszene geliefert habe“. Amon Düül II bringt mit „Yeti“ das bisher früheste Werk der deutschen Musikgeschichte mit, die im Rahmen des Lieblingsplatte-Festivals abgebildet wird. Die Band um Sängerin Renate Knaup, und die Gitarristen Chris Karrer und John Weinzierl führt das über 70 minütige Werk komplett und mit einer speziell dafür konzipierten Lightshow auf.

Tracklisting „Yeti“:

1. Soap Shock Rock: Burning Sister
2. Soap Shock Rock: Halluzination Guillotine
3. Soap Shock Rock: Gulp a Sonata
4. Soap Shock Rock: Flesh-Coloured Anti-Aircraft Alarm
5. She Came Through the Chimney
6. Archangels Thunderbird
7. Cerberus
8. The Return of Rübezahl
9. Eye-Shaking King
10. Pale Gallery
11. Yeti
12. Yeti Talks to Yogi
13. Sandoz in the Rain

Amon Düül II live:

Renate Knaup – Gesang
Chris Karrer – Gitarre, Saxophon
John Weinzierl – Gitarre
tba – Bass
tba – Schlagzeug
tba – Lightshow