Ina Plodroch – Scheiß auf Kanon

„Die Arroganz der Musikkritiker zeigt sich direkt zu Beginn eines Rolling Stone Artikels. 2019 schreibt das Magazin im Internet: „Die 50 besten deutschen Platten aller Zeiten. Mit Kraftwerk, Can und Fehlbarben – und garantiert ohne Helene Fischer“. Der Kritiker unterteilt die Popmusik in gut und schlecht. In die hohe Popkultur und die niedere Popkultur, also Helene Fischer, die nur den Pöbel unterhält, und wer sich das reinzieht, kann sie ja nicht mehr alle haben. Ich nehme mich von dieser Haltung gar nicht aus. Aber wenn ich darüber nachdenke, ist es peinlich, Popmusik mit dem elitären Anspruch zu hören als wäre es klassische Musik.“

Philipp Holstein – Das ist mein Kanon

(Und jetzt sag mir wer du bist)

„1. Eigentlich mag ich das nicht: Jemand stellt einen Kanon zusammen, und alle sagen:
„Oh!“. Leute, die einen Kanon zusammenstellen, finde ich unsympathisch. Was ist die
Mehrzahl von Kanon? Jedenfalls: Kanons gehen mir auf den Keks.

2. Trotzdem lese ich jeden Kanon, den ich in die Finger bekomme.“

 

Max Dax – Graue Wolken (Blumfeld)

Angebot für einen Kanon deutscher Pop-Musik

„Die Frage nach einem Kanon deutscher Pop-Musik, also nach einem Konsens darüber, was der Kern eines allgemein gültigen Wissensstandes über Pop-Musik aus Deutschland zu sein hat, ist ebenso spannend wie überfällig. Im Film und in der Literatur gibt es solche Listen, und sie sind, auch wenn man stets über jede Liste auch geteilter Meinung sein kann, zum Beispiel Grundlage für Lehrpläne in Schulen. Kurz gesagt bedeutet die Einigung auf einen Kanon, dass man eine Anzahl an Büchern gelesen und an Filmen gesehen haben muss, um im Sinne einer „Allgemeinbildung“ diskursfähig mitreden zu können.“