Wichtige Alben deutscher Popgeschichte live

„Hauptsache Musik“ war der Titel des Albums der Berliner Band Mutter, das als eines von sieben Werke bei der Premiere des Festivals Lieblingsplatte im Dezember 2016 zur Aufführung kam. Es hätte aber genauso gut der Titel des gesamten Festivals sein können, ging es doch um eine Hauptsache, ohne die unser aller Leben kaum vorstellbar wäre. Das Festival Lieblingsplatte stellt nun zum zweiten Mal das Album als künstlerische Ausdrucksform ins Zentrum. Die für dieses Jahr ausgewählten Werke sind weitere Diskussionsbeiträge zur Definition eines popmusikalischen Kanons. Was sind die Must-Knows der deutschen Popgeschichte? Im zakk werden sechs Werke exklusiv an jeweils einem Abend live aufgeführt.

Peter Hein, letztes Jahr mit Fehlfarben vertreten, hat sich auch mit seinem Nachfolgeprojekt Family5 und dem Album Resistance seinen Platz in der Playlist von Lieblingsplatte 2017 erobert. Auf Torch, den Ur-Vater des deutschen HipHop, folgt nun das Rap-Duo Stieber Twins, in den 90ern einer der heißesten Acts der HipHop-Republik. Blumfeld stehen mit ihrem Werk Ich-Maschine für den Urknall in der Geschichte der Hamburger Schule, so wie ASD 2016 als Pioniere ihres Genres, des New School HipHop, auf die Bühne geholt wurden.

Mit Flowerpornoes kommt, ähnlich wie im letzten Jahr Mutter, eine Band zu Lieblingsplatte, die eine Reihe einflussreicher Alben veröffentlicht hat, ohne den großen kommerziellen Durchbruch zu schaffen. Ihr Album „… red‘ nicht von Straßen, nicht von Zügen“ ist ein großer Wurf lyrischer Rockmusik, wie es im letzten Jahr bei Mutters „Hauptsache Musik“ der Fall war.

Aus Hamburg reisen 2017 Andreas Dorau und Die Marinas an. Ihr Werk „Blumen und Narzissen“ ist arty und hintersinnig wie das Album „Lenin“, das Die Goldenen Zitronen 2016 aus der Hansestadt mit zum Festival brachten. Als The Notwist ihr gefeiertes Album Neon Golden 2002 herausbrachten, war Mouse on Mars’ „IaoraTahiti“ bereits sieben Jahre alt. Beide Bands sind als Repräsentanten für komplexe elektronische Musik unverzichtbare Protagonisten von Lieblingsplatte Vol. 1 bzw Vol. 2. Mit Michael Rothers „Flammende Herzen“ startete das Festival 2016 seine musikalische Zeitreise im Jahr 1977. Die zweite Ausgabe hat nun künstlerische Hochkaräter aus den 80er und 90ern im Blick (1981-1997).

Doch ganz gleich, welcher Zeitspanne man sich widmet: Lieblingsplatte Vol.2 lädt wie in 2016 ein, alte Bekannte wiederzuhören oder neue Entdeckungen zu machen. Das Festival eröffnet die einmalige Chance, sich sechs herausragenden Alben konzentriert zu widmen. Jedes ein in sich geschlossenes Kunstwerk, jedes ein Must-Hear!

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